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Kreisel Ochsenzoll: E-Mail an Oberbürgermeister Grote
Sehr geehrter Herr Grote,

am Sonnabend empfahlen Sie mir, Ihnen den Sachverhalt Kreisel aus Sicht des ADFC darzustellen. Sie sagten mir, es besteht Konsens darüber, dass Radwege im Kreisel nicht vorhanden sind.
Der Radfahrer darf jetzt auf allen 4 Zufahrtsstraßen und im Auto-Tunnel fahren, was aber sehr gefährlich ist.
Gestern haben wir den Verkehr am Abend noch einmal analysiert: 90% der Radfahrer fahren mit normalem Tempo auf den Zebrastreifen, was laut StVO nicht zulässig und auch gefährlich ist, da Autofahrer dort nur mit Fußgängern rechnen. 
Sehr häufig wird auch links gefahren, da keine Rundum-Fahrmöglichkeit besteht. 
Wir haben nur einen schiebende Radfahrer gesehen.
Inzwischen hat sich der Hamburger ADFC an den Bundesverband gewandt, verständlich, da der Kreisel, 200 m von der Landesgrenze entfernt, entscheidende Auswirkungen für Hamburger Radfahrer hat.
Eine Stellungnahme des ADFC-Verkehrsexperten:
Die Gestaltung des Kreisels widerspricht allen mir bekannten Vorgaben von RASt 06, ERA, VwV StVO und R-FGÜ. Das Befahren eines zweistreifigen Kreisels ist wegen der unklaren Verhältnisse bei Ein- und Ausfahren für Radfahrer selbst bei Tempo 30 für Autofahrer, das ohnehin nicht eingehalten wird, lebensgefährlich und einem normalen Radler nicht zuzumuten. Die Führung des Radverkehrs über FGÜ ist zwar rechtlich möglich, denn das Verbot in den R-FGÜ richtet sich nur an die Verkehrsbehörden.
Die unklaren Vorfahrtsverhältnisse sind ebenso lebensgefährlich.
Der ausfahrende Verkehr aus dem Kreisel muss dem Radverkehr nach § 9 Abs. 3 StVO Vorfahrt geben, unabhängig vom FGÜ. Ein Zeichen 205 ist auf dem Bild nicht zu sehen. Der komplette Kreisel müsste nach den Richtlinien umgebaut werden.  
Hier könnte man wegen Verstoßes gegen die Verpflichtung aus dem Landes-Straßengesetz, verkehrssicher und richtliniengerecht zu bauen, einen Umbau einklagen.
Es müsste auch sofort eine "Notlösung" zur Sicherung des Radverkehrs eingerichtet werden. Das erste wäre, den Kreisel so abzusperren, dass er nur noch einen Fahrstreifen aufweist. Dann könnten die Radfahrer im Kreisel mitfahren.
 
   
Der Bau eines  kreisrunden Radweges 360 Grad rund um den Kreisel zwischen Zebrastreifen und Fahrbahn ist ohne weiteres möglich. Die Flächen sind vorhanden.
 
Als Sofort-Maßnahme bis zum Bau des Radweges ist unbedingt erforderlich:

1. Anordnung des VZ 274-53 30 km/h und Tempo-Überwachung auf dem Kreisel und den zuführenden Fahrbahnen im Westen ab Kreuzung Ulzburger Str., im Süden ab Landesgrenze, im Osten ab Anforderungs-Ampel Segeberger Ch. und im Norden SH-Straße ab Anfang der Leitplanke, da der einseitige Radweg der SH-Straße vom Kreisel aus nicht zu erreichen ist, wie ich selbst beim Radfahren auf der Kreis-Fahrbahn feststellte.

2. Verengung der Kreis-Fahrbahn durch Abmarkierungen auf eine Spur.

3. Schutzstreifen auf der Fahrbahn (Radfahrstreifen sind laut VwV-StVO zu § 2 nicht erlaubt). Nach Bau des rot gepflasterten Radweges kann er leicht entfernt werden.

4. Entfernung der VZ 241 auf den zuführenden Radwegen ab den oben genannten Punkten. Autofahrer, die diese blauen Schilder sehen, rechnen nicht mit Radfahrern auf der Fahrbahn.

Der ADFC wird in der Einwohner-Fragestunde der Stadtvertretung eine Frage zu den fehlenden Radwegen stellen. Mir wurde in der AG Radverkehr immer wieder versichert, dass Radwege gebaut werden.
Mit Brief vom 14.8.2008 durch Herrn Bosse wurde der Bau von Radwegen schriftlich zugesagt, Zitat: ….“indem z,.B. beidseitige, richtungsbezogene Radwege in DIN-gerechter Breite und mit rotem Belag angelegt werden“. ...." und es werden zudem Zebrastreifen eingerichtet."
Beim Kohfurt-Kreisel habe ich ebenfalls schwere Fehler in der Bauausführung noch während der Bauphase bemängelt, aber leider ohne Erfolg.  
Der ADFC hat Grund, sich bei der Stadt zu bedanken für sehr viele Verbesserungen im Radverkehr (z. B. Winterdienst auf Radwegen, Abbau der Umlaufsperren).
Norderstedt entwickelt sich zum Vorzeige-Modell im Radverkehr. 
Der Ochsenzoll-Kreisel ist aber ein schwerer Rückschlag und Image-Schaden für die Stadt.

Deshalb bitte ich Sie, schnell zu handeln, da er  in Radfahrer-Kreisen deutschlandweit Aufmerksamkeit erregt.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Jungbluth
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club
Ortsgruppe Norderstedt